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Prada

Als Mario Prada 1913 zusammen mit seinem Bruder eine Firma zur Herstellung und zum Verkauf von Lederwaren gründete, konnte er nicht ahnen, dass seine Enkelin Miuccia knapp 65 Jahre später ein Modeimperium von internationaler Größe daraus machen würde.

Miuccia Prada, die das Geschäft in Mailand von ihrer Mutter geerbt hatte, entwarf 1985 zunächst eine sehr schlichte Modelinie. Diese für die damalige Zeit ungewöhnlich, dezente Eleganz präsentierte sie der breiten Öffentlichkeit erstmals auf einer Prêt-à-Porter-Show 1989. Diese Herbst-und Winter-Kollektion war durch ihren Minimalismus das genaue Gegenteil zu den grellen und oft auch sexualisierten Entwürfen der anderen Designer. Mit dieser extravaganten Kollektion begann der steile Aufstieg von Prada und sorgte für weltweite Popularität.

 

 

 

1992 rief Miuccia Prada mit der Linie „Miu-Miu“ eine preiswerte Linie speziell für junge Frauen ins Leben. Diese Linie, die nach Miuccias Kosenamen benannt wurde, hatte gedeckte Farben, klare Linien und war weit weg von jeder Haute Couture. Sehr junge Models zeigten die neue preiswerte Mode in ungewöhnlicher Umgebung und unterstrichen so eine unkonventionelle Mode, die zwar exklusiv, aber auch etwas altmodisch aussah.

In den frühen 1990er Jahren machte Prada mit einer neuen und sehr provokanten Linie von sich reden. „Ugly Prada“ wurde von dicken Brillengläsern und grellen Farben geprägt und demonstrierte damit bewusst den Begriff –Intellektuell-. Wenn man so will, war „Ugly Prada“ hässliche Mode für intellektuelle Menschen. Der New York Times fiel allerdings ein anderer Ausdruck für diese etwas außergewöhnliche Haute Couture ein: Neofaschistisch.


 

 

 

Anna Wintour, Chefredakteurin der Vogue und Leitfigur des Romans „Der Teufel trägt Prada“ sah in dieser Mode den einzigen Grund, die Modenschauen in Mailand zu besuchen.

Wie so viele andere Modeunternehmen auch, folgte Prada 1990 dem Trend der Zeit, verschuldete sich sehr hoch und kaufte das in eine finanzielle Schieflage geratene Konkurrenzunternehmen Fendi. Den Anteil der Aktien teilte sich Prada mit dem Mischkonzern Louis Vuitton Moet Hennesy (LVMH). Als es nicht gelang, das defizitäre römische Modehaus Fendi in die schwarzen Zahlen zu bringen, verkaufte Prada seinen Aktienanteil komplett an LVMH. Von diesem riskanten, finanziellen Abenteuer hat sich Prada bis heute nicht erholt.

Heute setzt Prada wieder vermehrt auf die ursprüngliche Lederwarenherstellung. Neben Reisegepäck waren es vor allem Handtaschen Kollektionen, die dem Konzern wieder auf die Beine halfen. Besonders begehrt sind die schwarzen, glänzenden Handtaschen aus Fallschirmnylon, die Prada wieder zu Weltruhm verhalfen. Kaum eine andere Handtasche, außer vielleicht die Taschen von Louis Vuitton, werden so oft gefälscht, wie die Taschen von Prada.